Heinz Lieven (1928 - 2021)

Heinz Lieven ist am Montag, den 27. September 2021 in seiner Heimatstadt Hamburg im Alter von 93 Jahren gestorben.

Nach der Rückkehr aus dem 2. Weltkrieg absolvierte er seine Schauspielausbildung bei Helmut Gmelin, Lola Rogge und Bernhard Minetti und begann 1949 seine Bühnenlaufbahn im Hamburger Theater im Zimmer. Seine über 70 Jahre währende Laufbahn als Schauspieler führte ihn an zahlreiche kleine und große deutschsprachige Bühnen, an denen er bis ins hohe Alter aktiv war; darunter das Schillertheater Berlin, das Württembergische Staatstheater Stuttgart oder das Nationaltheater Mannheim. Seit den 1960er Jahren stand er zudem in über 100 Film- und Fernsehproduktionen, darunter zahlreichen internationalen Produktionen, vor der Kamera.

Ende der 70er Jahre wurde er Oberspielleiter am Niederdeutschen Theater in Bremen und war einige Jahre als Regisseur aktiv.

Seit Mitte der 1990er Jahre bis 2012 Jahre spielte er am Altonaer Theater und in etlichen Gastspielen fast 400 Mal die Rolle des Lehrers Bömmel in „DIE FEUERZANGENBOWLE“.

Bekanntheit erlangte er u.a. als „Opa Brendel“ in der Kinder- und Jugendserie „NEUES VOM SÜDERHOF“.

Einen großen künstlerischen Erfolg feierte er 1980 in der Hauptrolle des in Cannes uraufgeführten Filmdramas „ORDNUNG“ des iranischen Regisseurs Sohrab Shahid Saless.

Dies sollte nicht sein letzter Auftritt bei einem der bedeutendsten Filmfestivals der Welt bleiben.

Aufmerksamkeit erregte Heinz Lieven, als er im Alter von 82 Jahren an der Seite von Sean Penn in Paolo Sorrentinos Werk „CHEYENNE - THIS MUST BE THE PLACE“ in den USA vor der Kamera stand. Auch diesen Film stellte Heinz Lieven in Cannes vor.

Weitere Dreharbeiten auf dem amerikanischen Kontinent folgten in Kanada für Atom Egoyans „REMEMBER“, den Heinz Lieven wieder auf einem A-Festival vorstellte, dieses Mal in Venedig 2015.

Seine letzte Rolle spielte er über 90-jährig in einer 2020 erstmals gezeigten Folge der ZDF-Reihe „SOLO FÜR WEISS“, in der ZDF-Mediathek abrufbar hinter diesem Link

Heinz Lieven wurde am 18. April 1928 in Blankenese geboren, als es noch nicht zu Hamburg gehörte, und er verstarb im Kreise seiner Familie ebendaselbst.

Als Agent habe ich in 12 Jahren der Zusammenarbeit von Heinz Lieven für meinen Beruf so viel gelernt, wie von niemandem sonst. In etlichen Gesprächen und Begegnungen durfte ich aus seiner überbordenden Lebenserfahrung aufnehmen, was mir wichtige Prägung bleiben wird. Ich bin traurig über den Verlust eines großartigen Schauspielers, der mir ein ebenso bedeutender Freund geworden ist, vor dem ich mich in Dankbarkeit verneige.

Berlin im September 2021, Johannes tom Dieck





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